Mit einem besonderen Gottesdienst begann für die Gemeinden Landau, Bad Bergzabern und Neustadt an der Weinstraße ein neues Kapitel: Apostel Gert Opdenplatz stellte den neu gebildeten Gemeindeverbund „Weinstraße“ unter ein starkes Bild – drei Gemeinden als dreifache Schnur, zusammengehalten von einem goldenen Faden in der Mitte: Jesus Christus.
Die Kirche in Neustadt an der Weinstraße war am Sonntag, 23. August 2026, gut gefüllt. Gläubige aus allen drei Gemeinden waren zusammengekommen, um diesen besonderen Tag miteinander zu erleben. Apostel Gert Opdenplatz feierte den Gottesdienst und legte ihm das Bibelwort aus Philipper 4,4 zugrunde: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“
Keine verordnete Fröhlichkeit
Wie passt eine solche Aufforderung in ein Leben, in dem es Sorgen, Krankheit oder Trauer gibt? Apostel Opdenplatz machte deutlich: Die Freude, von der Paulus spricht, ist keine oberflächliche Fröhlichkeit.
„Freude kann man nicht wie einen Schalter umlegen“, sagte der Apostel. Ebenso wenig gehe es darum, ständig zu lächeln oder sich Freude durch besondere Glaubensanstrengungen zu erarbeiten. „Christlicher Glaube ist kein Leistungsglaube.“
Die Freude im Herrn habe vielmehr mit Beziehung zu tun – mit der Beziehung zu Gott und zum Nächsten. Wo Beziehungen geheilt werden, könne Freude neu wachsen. Leid und Trauer verschwänden dadurch nicht. Doch die Gewissheit, bei Gott geborgen und begleitet zu sein, könne auch in schwierigen Situationen tragen.
Auch in der Gemeinschaft könne Freude wachsen, wenn Menschen Anteil aneinander nähmen. Wer sich mit anderen freuen könne, vervielfache die Freude. Ebenso gehöre es zum christlichen Miteinander, in Zeiten von Krankheit, Trauer und Not füreinander da zu sein.
Seelsorge ist keine Einbahnstraße
Hirte Helmut Glass griff diesen Gedanken in seinem Predigtbeitrag auf. Gerade in der Seelsorge habe er immer wieder erlebt, dass Geben und Empfangen keine Einbahnstraße seien.
Auch schwerkranke Menschen hätten ihren Besuchern durch ihren Glauben und ihr Vertrauen selbst Kraft und Freude schenken können. „Seelsorge ist etwas Zweiseitiges“, fasste Hirte Glass seine Erfahrungen zusammen.
Dieser Gedanke erhielt an diesem Tag eine besondere Bedeutung, denn für den langjährigen Gemeindevorsteher von Neustadt an der Weinstraße sollte dieser Gottesdienst zugleich einen persönlichen Abschied von seiner bisherigen Aufgabe markieren.
Drei Gemeinden, eine Schnur
Die Gemeinschaft spielte an diesem Sonntag noch aus einem weiteren Grund eine besondere Rolle: Die Gemeinden Landau, Bad Bergzabern und Neustadt an der Weinstraße bilden künftig den neuen Gemeindeverbund „Weinstraße“.
Apostel Opdenplatz gab den drei Gemeinden dazu ein Bild aus Prediger 4 mit auf den gemeinsamen Weg: „Eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.“
Die drei Gemeinden sollten sich als eine solche Schnur verstehen. Ihren eigentlichen Zusammenhalt gebe jedoch ein „goldener Faden“: Jesus Christus.
„Alles muss sich um Christus wickeln, um Christus drehen“, betonte der Apostel. In ihm liege die Mitte und die gemeinsame Ausrichtung des neuen Verbundes.
Neue Verantwortung im Gemeindeverbund
Als Vorsteher des Gemeindeverbundes „Weinstraße“ beauftragte Apostel Opdenplatz Gemeinde-Evangelist Hilger Groß, der bereits dem bisherigen Gemeindeverbund Landau/Bad Bergzabern als Vorsteher vorstand.
Mit der größeren Gemeinschaft seien auch neue Herausforderungen verbunden, machte der Apostel deutlich. Dabei gehe es jedoch nicht darum, für alles eine Lösung zu finden. Die zentrale Aufgabe bleibe, Menschen zu Christus zu führen und ihnen den Glauben erfahrbar zu machen.
Für die Gemeinde Neustadt ernannte Apostel Opdenplatz Priester Thomas Bechtold zum stellvertretenden Vorsteher. Priester Frank Haetscher bestätigte er in seinem Amt mit dem Schwerpunkt Neustadt.
Darüber hinaus übernimmt Priester Thomas Bechtold die Aufgabe als Jugendbeauftragter für die drei Gemeinden des neuen Gemeindeverbundes.
Abschied nach vielen Jahrzehnten
Mit der Neuordnung war zugleich ein bewegender Abschied verbunden. Apostel Opdenplatz versetzte den bisherigen Neustadter Gemeindevorsteher, Hirte Helmut Glass, sowie Priester Reiner Ruppel in den Ruhestand.
Gemeinsam blicken beide auf 81 Jahre Amtstätigkeit zurück, davon mehr als 60 Jahre im priesterlichen Dienst.
Hirte Helmut Glass war seit 2013 Gemeindevorsteher in Neustadt an der Weinstraße. Während dieses besonderen Gottesdienstes wurde er ein letztes Mal zum Mitwirken am Altar aufgerufen.
Apostel Opdenplatz würdigte beide als engagierte und verlässliche Seelsorger. Über Hirte Glass sagte er: „Für seine Geschwister war ihm nichts zu viel, kein Weg zu weit und keine Zeit zu schade.“
Beiden gab der Apostel ein Wort aus dem Philemonbrief mit auf den weiteren Weg: „Ich hatte große Freude und Trost durch deine Liebe, weil die Herzen der Heiligen erquickt sind durch dich, lieber Bruder“ (Philemon 7).
Ihr Dienst habe darin bestanden, nicht „Herren des Glaubens“, sondern „Gehilfen zur Freude“ zu sein, wie es im zweiten Korintherbrief zum Ausdruck kommt.
Musikalisch gestaltete Gemeinschaft
Zur besonderen Atmosphäre des Gottesdienstes trug auch die Musik bei. Ein gemischter Chor mit knapp 40 Sängerinnen und Sängern gestaltete den Gottesdienst unter der Leitung von Diakon Dieter Hauß.
Der gemeinsame Gesang verlieh dem festlichen Anlass einen würdigen Rahmen und machte zugleich erlebbar, was diesen Tag prägte: Menschen aus verschiedenen Gemeinden kamen zusammen und wurden zu einer sichtbaren Gemeinschaft.
Gemeinsam Christus bezeugen
Zum Schluss des Gottesdienstes richtete Pfarrer Joachim von Mitzlaff von der protestantischen Stiftskirche ein Grußwort an die Gemeinde.
Er erinnerte dabei besonders an das ökumenische Engagement von Hirte Helmut Glass. Dieser hatte die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Neustadt begleitet und sich dafür eingesetzt, dass deren Gründungsversammlung im November 2023 in der neuapostolischen Kirche stattfinden konnte.
Gerade in einer zunehmend säkularen Gesellschaft sei es wichtig, über Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam Christus zu bezeugen, betonte der Pfarrer.
Er schilderte, wie besonders es für ihn sei, zu wissen, dass sich hinter den Mauern der Kirche Schwestern und Brüder versammeln, miteinander glauben und Gott loben. Über die verschiedenen Konfessionen hinweg seien Menschen miteinander verbunden, die sich – wie im Bild des Gottesdienstes – um den „goldenen Faden“, um Jesus Christus, sammelten und seine Liebe in die Welt tragen wollten.
Ein Aufbruch, der von Freude getragen wird
Der Gottesdienst verband Dankbarkeit für das bisherige Wirken mit dem Blick nach vorn. Drei Gemeinden beginnen künftig einen neuen gemeinsamen Weg und dürfen dabei auf vielfältige Erfahrungen und gewachsene Beziehungen aufbauen.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
