Musikpädagogik, Gemeinschaft und Gottesdienst in Wiesbaden. Seit fast drei Jahrzehnten steht dieses Seminar für fundierte musikalische Aus- und Weiterbildung. Auch 2025 stand die Schulung wieder im Zeichen intensiver Probenarbeit, inspirierender Impulse und gelebter Gemeinschaft – diesmal mit Orchester und rund 80 Teilnehmenden in Wiesbaden.
Musik. Gemeinschaft. Entwicklung.
In der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland ist das jährliche Seminar für Chor- und Ensemble-Leitung längst eine etablierte Institution. Was 1997 im Rheingau begann und seit 2000 regelmäßig durchgeführt wird, konnte auch in diesem Jahr mit viel Engagement und Herzblut realisiert werden. Vom 19. bis 22. Juni 2025 kamen rund 80 in der Musik engagierte Glaubensgeschwister in der Jugendherberge Wiesbaden zusammen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen und musikalisches Können praxisnah auszubauen – in diesem Jahr mit einem Orchester, welches die Kursteilnehmenden bildeteten.
Ein Ort für Austausch und musikalisches Wachstum
Die Veranstaltung startete offiziell am Donnerstagmorgen, doch bereits am Mittwoch, dem 18. Juni, reisten zahlreiche Teilnehmende an. Am Abend besuchte die frühe Gruppe gemeinsam den Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche Wiesbaden (Schiersteiner Straße), was bereits zu einem ersten geistlichen Höhepunkt wurde. Die Veranstaltungsorganisation lag – wie bereits in vielen Jahren zuvor – in den Händen von Markus Gilgen-Koberstein. Es gibt Teilnehmenden, die bereits seit Beginn der Seminarreihe nahezu ununterbrochen dabei sind.
Das Dozenten-Team bestand aus Burkhard Schmitt, Dieter Hauß, Steffen Hause sowie Volker Hedtfeld. Markus Gilgen-Koberstein begleitetet den Kurs mit Stimmbildung im Einzelunterricht. Caroline Ronsiek, Dagmar Berg und Daniela Hause widmeten sich gezielt der musikalischen Arbeit mit Kindern – praxisnah, kreativ und mit viel Erfahrung.
Lernen in Modulen: Vielfalt, Tiefe, Praxis
Der Unterricht begann morgens um 9 Uhr und endete am Abend um 20:45 Uhr mit einem Gebet. Der Vormittag stand ganz im Zeichen von Musiktheorie, Gehörbildung und Schlagtechnik. An den Nachmittagen wurden verschiedene Module angeboten, in denen gezielt mit Vokal- und Instrumentalensembles, Jugendlichen oder Kindern gearbeitet wurde. Thematisch spannte sich der Bogen von barocker Vokalmusik über romantische Werke bis hin zur modernen Tonsprache und Polyphonie. Auch praktische Themen wie Instrumentenkunde und die musikalische Arbeit in der Gemeinde wurden intensiv behandelt.
Musizieren mit Kindern und Jugendlichen war ein weiterer wichtiger Bestandteil des Seminars. Unter professioneller Anleitung lernten die Teilnehmenden kreative Zugänge, um biblische Geschichten musikalisch erlebbar zu machen – etwa durch Rollenspiele mit Instrumenten oder generationsübergreifende Musikprojekte.
Besonders bereichernd war in diesem Jahr die Arbeit mit einem Orchester, das viele Übungseinheiten und die musikalische Gestaltung des Abschlussgottesdienstes auf eine neue Ebene hob.
Begegnung – auch außerhalb der Unterrichtszeiten
Neben dem musikalischen Programm war auch das Miteinander prägend für das Seminar. Die Abende boten Raum für persönliche Gespräche, Erfahrungsaustausch und fröhliche Gemeinschaft. Besonders der Freitagabend stand im Zeichen der Begegnung: Bei einem Getränk, das für alle Teilnehmenden ausgeschenkt wurde, klang der intensive Seminartag in entspannter Atmosphäre aus.
Geistlicher Abschluss mit musikalischem Höhepunkt
Am Sonntag bildete ein festlicher Gottesdienst um 14 Uhr den geistlichen und musikalischen Abschluss des Seminars. Priester Fabian Reichert, in der Kirchenleitung zuständig für das Referat Kirchenmusik, leitete den Gottesdienst und diente mit dem Bibelwort aus 1. Timotheus 3,14–15. Seine Predigt stellte das Bild der Gemeinde als „Haus Gottes“ in den Mittelpunkt, das durch Musik geprägt und getragen wird.
Auch Priesterin Bianca Martin (Gemeinde Alzey) brachte mit einem Beitrag zur „Wahrheit und dem Geheimnis des Glaubens“ eine tiefergehende geistliche Perspektive ein.
Die musikalische Gestaltung übernahmen alle Teilnehmenden und umrahmten den Gottesdienst festlich und einfühlsam mit Werken für Orchester, Kinder-, Jugend- und gemischten Chor.
Rückblick mit Ausblick
Das Seminar 2025 war mehr als nur ein Kursangebot: Es war gelebte Gemeinschaft im Glauben, intensives musikalisches Lernen und eine wertvolle Plattform für Vernetzung und Motivation. Die jährlich wiederkehrende Schulung ist ein Zeugnis für das große Engagement in der musikalischen Bildungsarbeit der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland – und ein starkes Zeichen dafür, wie Musik Brücken bauen und Herzen erreichen kann.
Das nächste Seminar für Chor- und Ensemble-Leitung ist bereits geplant und findet vom 4. bis 7. Juni 2026 statt. Die Vorfreude beginnt schon jetzt.
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