Jugendliche aus den Kirchenbezirken Mainz, Rheinpfalz, Saar-Pfalz und Trier kamen am Sonntagmittag, 29. September 2024, zu einem besonderen Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche Kaiserslautern zusammen. Da Apostel Gert Opdenplatz erkrankt war, feierte Bezirksältester Stefan Weber den Gottesdienst mit der Jugend und stellte ihn unter das Jahresmotto „Beten wirkt!“.
Apostel Franz-Wilhelm Otten war in einem Vorfilm zu sehen und sprach über das Jahresmotto „Beten wirkt“. Er ermutigte die Teilnehmer, Gebet bewusst in den Alltag zu integrieren und darin Trost und Führung zu finden.
Gebet – Begegnung mit Gott
Der Gottesdienst begann mit dem Lied „Wie schön ist’s doch, wenn im Gebet...“ (Gesangbuch Nr. 140). Bezirksältester Stefan Weber legte seiner Predigt das Bibelwort aus Sirach 7,10a zugrunde: „Sei nicht halbherzig in deinem Gebet.“
Einleitend nahm der Bezirksälteste Bezug auf das Lied des Jugendchors „Du bist stets nur ein Gebet von mir entfernt“ und sagte, oft fühle sich das Leben dissonant und zerrissen an, ähnlich einer Moll-Tonart. Doch durch das Gebet könne eine Veränderung geschehen, vergleichbar mit dem Wechsel von Moll zu Dur, der im Liedvortrag deutlich zu hören war. So verändere auch der Gottesdienst: Mancher komme mit Unsicherheit und innerer Zerrissenheit, doch die Begegnung mit Gott bringe Klarheit und Frieden.
Wie beten wir?
Der Bezirksälteste legte der Jugend ans Herz, sich bewusst Zeit für das Gespräch mit Gott zu nehmen und sich Gott mit ganzem Herzen zuzuwenden. Das Gebet sei Ausdruck unserer Beziehung zu Gott. Er stellte außerdem fest, dass wir dazu neigten, besonders in ausgesprochen schweren oder guten Zeiten intensiven Kontakt zu Gott suchen, um unsere Bitten bzw. unseren Dank auszusprechen - doch was ist mit „der Zeit dazwischen“? Die junge Gemeinde wurde ermutigt, kontinuierlich den Kontakt und das Gespräch mit Gott zu suchen - so wie man auch in der Ehe, der Familie, im Freundeskreis immer zueinander stehe und die Beziehung pflege. Bezirksältester Weber rief dazu auf, sich die Zeit zu nehmen, Entscheidungen, die unser ewiges Leben betreffen, ausführlich mit Gott zu besprechen. Manchmal flössen in einem Gebet einfach nur Tränen und Gott wisse, wie es uns gehe, weil wir eine Kindschaftsbeziehung zu ihm hätten.
Beten wirkt,
weil wir unseren Willen unter den Willen Gottes stellen und nach dem Vorbild Jesu beten. Bei Jesus stand die Anbetung des Vaters an erster Stelle – das wollen wir von ihm lernen: Gott, der uns schon immer liebt, alles gemacht hat, alles weiß und die personalisierte Liebe ist, der Gott der Gnade und des Friedens, der unsere Vergangenheit und Zukunft besser als wir selbst kennt – er gibt uns genug Grund zur Anbetung. Ebenso Christus, der als vollkommener Mensch auf der Erde war, und der Heilige Geist, der für das Fortbestehen der Kirche gesorgt hat und sorgt.
Wenn wir in dem Bewusstsein, zu wem wir beten, und dass alles in Gottes Hand liegt, beten, empfangen wir Sicherheit und Frieden, besonders in Situationen, die von Zukunftsängsten und Unsicherheit geprägt sind.
Der Bezirksvorsteher fasste zusammen, dass das Gebet unsere persönliche Verbindung zu Gott stärkt und uns hilft, unsere Situation aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.
Tätige Nächstenliebe
Im zweiten Teil des Verses, aus dem das Bibelworte stammt, „und säume nicht, Almosen zu geben“ hingegen gehe es um die Beziehung des Einzelnen zu seinem Nächsten – Zugewandtheit und Sorge für den Nächsten habe die Gemeinde unter Beweis gestellt, indem sie in Vorbereitung auf den Gottesdienst Lebensmittelspenden für „die Tafel“ mitgebracht habe.
Bezirksevangelist Klaus-Dieter Weller (Bezirk Saar-Pfalz) wies darauf hin, dass eine Beziehung, in der wir „Gott von ganzem Herzen und von ganzem Gemüt“ lieben, erst wachsen müsse und dass wir Gott – so wie eine Angebetete – am besten immer in unserem Herzen tragen und ständigen Kontakt suchen. Er gab den Jugendlichen den Gedanken als Impuls mit, die Beziehung zu Gott zu üben und wünschte, dass jeder Einzelne dabei gute Erfahrungen machen könne.
Priesterin Natascha Wagner (Gemeinde Calden - Bezirk Kassel-Korbach) rief dazu auf, nie aufzuhören zu beten und mit Gott zu reden, auch wenn seine Antwort nicht sofort erkennbar sei – Gott sei immer da, nur könnten wir ihn oft nicht sofort wahrnehmen. Gebet bedeute auch Nächstenliebe, indem man für andere vor Gott eintritt.
Feier des Heiligen Abendmahls und Fürbitte
Nach der Predigt folgte die Feier des Heiligen Abendmahls, die Bischof Pascal Strobel (Bezirke Saar-Pfalz und Trier) vorbereitete. Er verglich das Gebet mit Urlaub für die Seele, in dem wir Gottes Liebe genießen und seine Nähe erfahren könnten. Die Chance auf diese Nähe hätten wir besonders im Heiligen Abendmahl.
Nach dem heiligen Abendmahl trugen Jugendliche Fürbitten vor. Diese wurden umrahmt und untermalt mit dem Lied „Herr, erhöre unser Gebet“, das Jugendchor und Klavier gestalteten. Diese Momente schufen eine Atmosphäre der Andacht und Ruhe, die Raum für innere Einkehr ließ.
Gemeinschaft und Austausch beim Brunch
Nach dem Gottesdienst fand ein gemeinsamer Mitbring-Brunch statt. Alle hatten etwas dazu beigetragen, dass sich ein buntes Buffet zusammengestellt werden konnte. Bei lockerem Austausch nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit, über den Gottesdienst und die Predigt zu sprechen. Neben Gesprächen über den Glauben wurden neue Freundschaften geknüpft, und die Gemeinschaft wuchs weiter.
Workshop: „Beten wirkt!“
Am Nachmittag wurden die Ergebnisse aus den Jugendstunden mit Apostel Opdenplatz zum Thema „Kirche der Zukunft“ vorgestellt. Anschließend kamen die Jugendlichen zu Workshops in kleinen Gruppen zusammen, in denen sie sich Gedanken über unterschiedlichste Gebete machten, diese analysierten und Elemente fanden, die sie für ihr persönliches Gebet übernehmen können. In ihren abschließenden Präsentationen sprachen sie darüber, wie Gebet in schwierigen Momenten Kraft spendet und dabei hilft, innere Ruhe zu finden. Es wurde deutlich, wie bedeutend das Gebet als Quelle der Stärkung ist.
Ein Tag voller neuer Perspektiven
Der Tag hinterließ tiefe Eindrücke bei den Jugendlichen: sie lernten zusätzliche Facetten des Gebets kennen und gewannen eine neue Sicht auf dessen Bedeutung im Alltag. Die Begegnungen und Gespräche stärkten nicht nur das eigene Glaubensleben, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl. Sie nahmen mit, dass Gebet nicht nur den Umgang mit persönlichen Herausforderungen erleichtert, sondern vor allem eine Brücke zwischen Mensch und Gott bildet und unsere Beziehung zu Ihm ausdrückt.
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