Am 18. Januar 2026 feierte Bischof Rainer Sommer, zuständig für die Bezirke Bonn und Köln, den Jugendauftaktgottesdienst in der Kirche in Kaiserslautern. Anwesend waren Jugendliche aus den Bezirken Rheinpfalz, Trier, Saar-Pfalz und Luxemburg.
Das Bibelwort zum Gottesdienst war Psalm 16, Vers 11:
Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten.
Außer auf das Wort ging Bischof Sommer im Gottesdienstverlauf auch auf das Jahresmotto der Neuapostolischen Kirche für 2026 ein. Dieses lautet: Fürchte dich nicht, glaube nur!
Dieses Motto ist vor allem in Zeiten der Sorge und der Fragen wichtig. Denn ein neues Jahr, so der Bischof, startet auch mit vielen Fragen. Diese können persönlich sein oder die Kirche und Mitmenschen betreffen.
Mitwirken, Platz nehmen, Freude finden
Vor allem in der Kirche habe die Jugend die Aufgabe zu handeln. Das Mitwirken sei wichtig – in egal welchem Sinne: Chor, Blumenschmuck, Unterricht oder das Mitdienen und Gottesdiensthalten sind in Zukunft Aufgaben der heutigen Jugendlichen. Eben diese Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen, sorgen dafür, dass die Freude am Gottesdienst bestehen bleibt.
Doch nicht jeder kommt immer freudig in den Gottesdienst; deshalb machte Bischof Sommer ein kleines Gedankenexperiment mit den anwesenden Jugendlichen. Die Sitzplätze in der Kirche wurden dabei gedanklich in vier Kategorien unterteilt, die von „perfekter Laune und Freude auf den Gottesdienst“ bis hin zu „was mach ich hier eigentlich“ und „erzähl mir bloß nix von Gott“ reichten. Dabei stellte er die Frage: Wo würdest du dich hinsetzen? Denn egal, wo du sitzt – die wahre Freude liegt in Gott und der Gemeinschaft mit ihm.
Mittelspurfahrer, Ärger und wahre Freude
Die Co-Predigt hielt Bezirksältester Stefan Weber. Er griff die von Bischof Sommer zuvor erwähnten Mittelspurfahrer auf – über die man sich vielleicht sogar auf dem Weg in den Gottesdienst ärgert. Man könnte sich also mit dem Bischof im Ärger solidarisieren und sich „freuen“, dass jemand denselben Ärger empfindet. Doch wahre Freude ist das nicht. Freude geht immer Hand in Hand mit Frieden und Freundlichkeit. Sie entsteht nicht durch geteilten Ärger, sondern wenn wir einander positiv begegnen und das Gute in der Gemeinschaft suchen.
Ein Interview mit Bischof Rainer Sommer nach der Mittagspause
Nach dem Gottesdienst gab es zunächst eine Mittagspause, in der sich alle am Mitbring-Buffet bedienen konnten. Sitz- oder Stehplätze hat jeder gefunden. Nachdem sich die Jugendlichen wieder gestärkt hatten, ging es weiter im Programm.
Da die Jugendlichen Bischof Sommer noch gar nicht kannten, wollten sie das natürlich nachholen und im Rahmen eines Interviews hören, was er zu den vorbereiteten Fragen zu sagen hatte.
Es war ein sehr aufschlussreiches und auch lustiges Interview.
Nur so viel: Pasta oder Pizza? Der Bischof antwortete: „Beides, gerne auch nacheinander ;)“.
Bereitwillig stellte er sich auch Fragen zu seinem Amt, seinen Erfahrungen und Erlebnissen und teilte mit den Jugendlichen prägende Momente in seiner Aufgabe als Geistlicher, seine Vorsätze in Bezug auf das Jahresmotto und seine persönlichen Erfahrungen mit der Kraft des Gebets.
Fürbitten von der Jugend für die Jugend
Danach wurden die Jugendlichen zu Gruppenarbeiten eingeladen, die bereits vor dem Gottesdienst von allen Teilnehmenden vorbereitet wurden. Dabei hatten sie auf Post-its ihre eigenen Antworten zu folgenden Fragen geschrieben: „Welche Furcht hast du schon einmal überwunden?“, „Welche Sorgen beschäftigen dich gerade?“ und „Was hält dich davon ab, zu vertrauen?“
Diese beschrifteten Post-its wurden für die Workshops auf die jeweiligen Gruppen verteilt. Für etwa 25 Minuten setzten sich die Jugendlichen mit den gesammelten Antworten auseinander. Alle Beiträge wurden vorgelesen und gemeinsam reflektiert. In diesem Zusammenhang wurde schließlich von jeder Gruppe eine Fürbitte formuliert.
Nach Abschluss der Gruppenarbeit kehrten alle wieder ins Kirchenschiff zurück. Dort wurden die Fürbitten jeweils von einer Person aus den Arbeitsgruppen vorgelesen und zu einem Gebet zusammengefügt. Dies bildete einen berührenden und gelungenen Abschluss des Jugendauftaktstages.
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