Unter den schützenden Arkaden des Rathauses in Frankenthal versammelten sich am Freitagabend, 13. September 2024, trotz wechselhaften Wetters, Gläubige zu einem besonderen Gottesdienst. Die protestantischen, katholischen und neuapostolischen Gemeinden hatten gemeinsam zu diesem Schöpfungsgottesdienst eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung.
Der Psalm als Leitfaden
Der Abend stand unter dem Thema „Lass jubeln alle Bäume des Waldes“, entnommen aus Psalm 96,12. Dieses biblische Wort zog sich durch die gesamte Feier und fand in den gemeinsam gesungenen Liedern Ausdruck. Bezirkskantor Eckhart Mayer begleitete die Lieder am Klavier, die den Raum mit Freude und Leben erfüllten. Der Psalm, den die Gemeinde im Wechsel sprach, hob die Schöpfung als vollkommene Gabe Gottes hervor. Lobpreis und Dank durchzogen die Gebete und Gesänge und erinnerten daran, dass auch der Mensch Teil dieser Schöpfung ist.
Fest verwurzelt in Gottes Schöpfung
Andrea Wrede, engagiert im gemeindepädagogischen Dienst der Evangelischen Kirche, nahm das Lied „Fest verwurzelt“ zum Anlass, über die enge Verbindung zwischen Mensch, Natur und Glauben zu sprechen. Sie betonte, wie tief der Mensch in der Schöpfung verankert ist. Gott habe die Erde dem Menschen anvertraut – mit der klaren Aufgabe, sie zu schützen und zu pflegen. Diese Verantwortung reiche über die Gegenwart hinaus und betreffe auch zukünftige Generationen. Jede Handlung zur Bewahrung der Natur diene der Zukunft der Menschheit und folge dem Willen Gottes.
Verantwortung für die Zukunft
In ihrer Ansprache rief Andrea Wrede dazu auf, die Schöpfung nicht nur zu bewundern, sondern aktiv Verantwortung zu übernehmen. Jede Entscheidung im Alltag könne die Umwelt schützen und Gottes Schöpfung bewahren. Sie forderte die Anwesenden auf, im Glauben und in der Natur fest verwurzelt zu bleiben, damit kommende Generationen die Erde ebenso als Lebensraum erfahren können.
Glaubensbekenntnis und Gebet
Das Glaubensbekenntnis, eigens für den Schöpfungstag angepasst, brachte eindrucksvoll zum Ausdruck, dass die Fürsorge für die Schöpfung nicht nur eine weltliche Aufgabe, sondern auch eine geistliche Verantwortung ist. Die Gemeinde bekannte sich zu ihrem Glauben und ihrer Verpflichtung, Gottes Werk zu schützen. In den Fürbitten wurde besonders für die Bewahrung der Natur und den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Ressourcen gebetet.
Ein Zeichen für kommende Generationen
Nach dem Gebet des Vaterunsers und der Segnung endete der Gottesdienst mit einer besonderen Kollekte. In diesem Jahr war sie für Baumpflanzungen auf dem Friedhof bestimmt – ein symbolischer Akt, der den Zusammenhang zwischen Glauben und praktischer Verantwortung verdeutlichte. Durch die Pflanzung neuer Bäume solle die Schöpfung auch weiterhin wachsen und gedeihen.
Der Schöpfungsgottesdienst bot nicht nur Raum für tiefgehende Besinnung, sondern auch für das gemeinsame Erleben der Verantwortung, die jeder Christ trägt. Eine Botschaft, die den Abend prägte und die Herzen berührte.
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